Pregnancy Flashback

Freitag, 28. November 2014


Der kleine MoJo ist mittlerweile 3 Monate alt und ich merke, dass wir uns so langsam richtig gut miteinander eingelebt haben. Besonders sein erstes Lebensquartal war jeden Tag überfüllt mit neuen Herausforderungen für uns als Eltern. Doch in meinem ersten Blogeintrag möchte ich zunächst einmal die neue Ruhe nutzen (MoJo schläft gerade und ich durfte heute Nacht ebenfalls durchschlafen ;D), um einmal in Erinnerungen zu schwelgen und an meine Schwangerschaft zurückzudenken. Das Resumee exisitiert noch gar nicht, aber ich denke, das wird mir beim Schreiben deutlich werden. Ich bin selbst gespannt einmal in Ruhe darüber nachzudenken, was diese Zeit mit mir  und meinem Leben gemacht hat.

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich gerade mein Theologiestudium abgeschlossen, als mein Mann und ich beschlossen, eine kleine Familie zu gründen. Ich weiß, viele meinen man wäre mit 23 noch viel zu jung dafür, aber unsere Entscheidung haben wir nicht einfach so aus einer Laune heraus getroffen. Wir haben lange hin und her überlegt, und je öfter mein Mann und ich über das Thema gesprochen haben, desto deutlicher wurde uns, dass wir es wagen wollten. Wirklich ,,bereit" haben wir uns nicht gefühlt. Aber ich denke, das wird auch nie so sein. Schließlich hat man zu Beginn noch nicht den geringsten Plan davon, was einen erwarten wird. Aber wir waren uns auch einig, dass wir gerne ,,junge Eltern" sein wollten - was auch immer man in diesem Zusammenhang als jung betrachten will. Wir sind gerade selbst noch dabei die Welt in ihren ganzen Facetten zu entdecken und wir wollten unser Kind gerne auf diese Reise mitnehmen. Wir sind gerade noch so flexibel in unserem Denken, unsere Unternehmungslust ist ungebremst und unser Leben gerade sehr glücklich. Unser Leben und unsere Herzen waren einfach offen dafür, eine kleine Familie zu gründen.

Beim ersten Schwangerschaftstest war da die Neugier natürlich riesengroß. Doch erst einmal kam Verwirrung auf. In meinen Augen war der Test negativ. Doch als mein Mann nachschaute konnte er einen ganz blassen Strich erkennen. Als ich dann genauer hingesehen hab, hab ich ihn auch erkannt, aber hunderprozentig sicher war ich mir dann trotzdem nicht (im Gegensatz zu meinem Mann ;) ). Doch eine Woche später wurde auch ich Skeptikerin überzeugt. Nun war der zweite Strich mehr als deutlich erkennbar. Den ersten Test hatten wir aus lauter Neugier einfach etwas zu früh gemacht. Nachdem quasi alle Klarheiten beseitigt waren, hatte unser Abenteuer Schwangerschaft auch schon begonnen! Einen ganzen Monat haben wir das erstmal für uns behalten. Das war eine super spannende Zeit. Mein Mann und ich platzten nämlich fast vor Freude, wollten aber noch nichts sagen. Wir haben uns oft kindische Sachen wie ,,Wir haben ein Geheimnis... =) !!!" zugeflüstert und mussten dabei bis über beide Ohren grinsen. Zu Weihnachten haben wir dann den zukünftigen Großeltern und den allerengsten Freunden Briefe ,,von MoJo" unter den Baum gelegt, in denen er sich selbst angekündigt hat und schon mal erzählte, wie sehr er sich auf alle freute. Die Reaktionen in den Gesichtern unserer Lieben werde ich NIEMALS vergessen. So viel Freude und Überraschung auf einmal- die meisten sahen so aus als würden sie daran fast platzen :D ! Es hatte sich gelohnt, ein bisschen zu warten und dann die frohe Neuigkeit auf eine schöne und kreative Art zu verkünden. 

Aber wenn ich etwas im Nachhinein ändern könnte, dann hätte ich wohl versucht während meiner Schwangerschaft Einiges lockerer zu sehen. Ich muss zugeben: Manchmal habe ich schon einen leichten Hang zur Paranoia, deswegen habe ich mir sehr oft wegen unnötiger Sachen den Kopf aus Sorge um mein Baby zerbrochen. Und Google ist da echt nicht die beste Hilfe. Meine Güte- wie viel ich in dieser Zeit gegoogelt habe- so viel wie in meinem gesamten vorherigen Leben nicht- und wie viele Schreckensgeschichten ich da lieber nicht gelesen hätte :D Tut euch den Gefallen und macht nicht den gleichen Fehler während eurer Schwangerschaft :D Aber abgesehen von diesen Online- Paranoia-Anfällen war ich während der gesamten Schwangerschaft viel ruhiger und ausgeglichener als sonst (abgesehen von ein paar wenigen unerklärbaren Heulattacken die mein Mann mit einer Engelsgeduld überstanden hat :D). Im Nachhinein glaub ich, dass es daran lag, dass mein Fokus nun nicht mehr nur auf mir lag. Dass es nun etwas Wichtigeres gab. Meinem Kind zu Liebe wollte ich die Dinge positiv angehen und mich nicht von Dingen, die ich sowieso nicht ändern konnte, runterziehen lassen. Das hat auch meine Ehe verändert. Wo ich vorher schonmal schneller einen Streit losgezettelt hatte, hatte ich in der Schwangerschaft plötzlich gar nicht mehr das Bedürfnis dazu. Unsere Partnerschaft wurde anders als sie im Begriff dazu war eine richtige Familie zu werden. Ich wollte und will immer noch ALLES Mögliche dafür tun, dass meine Ehe liebevoll und lebendig bleibt. So ein Nest hat unser Sohn einfach verdient. 

Im Rückblick gab es eigentlich außer der immer wieder aufkeimenden Sorgen um sein ungeborenes Baby nur eines, was mich belastet hat. Das waren die Blicke der Leute auf der Straße. Ja ich weiß, 23 ist schon jung für ein Kind, aber ich war auch nicht mehr 16, war verheiratet und hatte ein abgeschlossenes Studium hinter mir. Erschwerend kam leider hinzu, dass ich jünger aussehe als 23, und so wurde ich ständig verachtend oder mitleidig angeguckt sobald ich das Has verließ- als wäre ich eine Teenie-Mum, die gerade RTL II entsprungen war. Das finde ich bis heute noch unmöglich, wie schnell sich wildfremde Menschen ein falsches Bild von einem machen und das auch noch durch ihr Verhalten deutlich zur Schau stellen. Unnötig sowas! Als hätte man als Schwangere nicht ganz andere Sorgen ;)

Aber ansonsten hatte ich echt keine richtigen Gründe, mich zu beschweren. Mir und dem Baby ging es gesundheitlich immer gut und bis zum letzten Tag der Schwangerschaft war ich aktiv und habe viel unternommen. Außerdem habe ich den Schwangeren-Bonus sooo sehr geliebt :D Ständig wurden mir Dinge abgenommen, die angeblich viiiiel zu schwer waren, alle achteten darauf, dass ich ja immer genug zu Essen und Trinken hatte und und und :) Am Anfang war es komisch, dass ständig alle meinen Bauch betätschelten- auch meine männlichen Freunde. Aber daran gewöhnt man sich zwangsweise :D Ich fand es einfach rührend, wie sehr sich auch unsere Freunde mitfreuten. Schon vor seiner Geburt haben sie mit MoJo geredet und ständig davon gesprochen, was sie alles mit ihm machen würden, wenn er erst einmal auf der Welt wäre. Und auch meine Liebe zu unserem Sohn wurde von Tag zu Tag größer. Ich hab es unendlich genossen, ihn in meinem Bauch zu spüren und mich auf den Moment zu freuen, wenn ich ihn das erste Mal zu Gesicht bekommen würde und ihn endlich im Arm halten könnte. 

Während meiner Schwangerschaft habe ich so viele tolle Momente in meiner Erinnerung sammeln können wie noch nie zuvor.  Besonders im Nachhinein war diese Zeit so unendlich kostbar. Solche Momente kommen einfach nie wieder- jede Schwangerschaft ist einzigartig. Schade, dass ein, zwei Dinge diese Stimmung immer wieder Mal leicht trübten, aber das war mehr die Ausnahme als die Regel. Falls ich noch einmal schwanger werden sollte, würde ich trotzdem versuchen das Ganze noch ein bisschen mehr zu genießen und Sorgen mehr beiseite zu schieben. Trotzdem habe ich tausend Gründe um unendlich dankbar zu sein, und das bin ich auch :) !

0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen

 


Copyright © M.O.M.M. | Theme by Neat Design Corner |