Die erste Zeit zuhause

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ich hatte mich im Krankenhaus schon die ganze Zeit auf den Tag unserer Entlassung gefreut. Ich werde nie vergessen, wie wir MoJo das erste Mal seine eigenen Anziehsachen angezogen haben, die wir schon während der Schwangerschaft liebevoll ausgesucht hatten, oder von den stolzen Großeltern geschenkt bekommen haben. Sie waren zwar in Große 50, aber er ging in ihnen noch ziemlich unter :D Nur drei Monate später ist es für mich mittlerweile unvorstellbar, dass er wirklich mal so klein gewesen ist :) Und wie wir ihn dann das erste Mal in seinen Maxi Cosi gesetzt haben, ihn durch die Krankenhausflure nach draußen getragen haben, und dann das erste Mal in unserem Auto nach Hause gefahren sind... Als wäre es die liebste und kostbarste Fracht, die wir je hatten... Und das war er wirklich. All diese Bilder und Eindrücke werden mir für immer bleiben.


Ich hab auch noch das Geräusch des Schlüssels im Ohr als wir dann zum ersten Mal mit MoJo im Schlepptau die Wohnungstür geöffnet haben. Das war für mich auch einer der Momente, wo die Welt still zu stehen schien. Aus unserer Wohnung wurde von dem einen auf den anderen Moment das Nest für eine richtige Familie. Auch wenn sie nach außen hin noch genau so aussah, wie wir sie zuvor verlassen hatten.

Von da an war die erste Zeit zuhause vor allem von gefühlt endlos vielen Besuchen von Familie und Freunden geprägt. Wir mussten sie richtig koordinieren und hatten so einen ziemlich vollen Terminkalender. Ich weiß, meist wird empfohlen den Besuch zu Beginn abzuwimmeln. Oft hat es mich auch gestört, dass wir kaum einen Abend für uns allein hatten. Da mein Mann sich aber in den ersten zwei Wochen Urlaub genommen hatten, hatten wir trotzdem noch genug Zeit für einander. Es ist ja auch etwas sehr, sehr schönes sein Glück zu teilen und die Reaktion der Lieben auf das eigene Baby zu beobachten! Ich denke es ist einfach wichtig, da eine gewisse Balance zu finden zwischen Zeit alleine und Zeit mit Besuchern zu finden.
Vor allem jetzt wo sich rausgestellt hat, wie ausgeglichen und pflegeleicht MoJo eigentlich ist, scheint mir die erste Zeit zuhause im Rückblick noch anstregender gewesen zu sein :D Vor allem die erste Nacht :D Er ist spätestens alle zwei Stunden aufgewacht und jedes Mal wenn ich ihn aus seinem Bettchen genommen habe, hatte er sich total eingepinkelt. Bis heute kann ich mir nicht erklären, was wir da falsch gemacht haben :D Im Verlauf der nächsten Woche wurden solche Unfälle aber zum Glück immer seltener. Aber die erste Nacht endete so, dass er morgens seine gesamten kleinen Klamotten und Bettlacken vollgepinkelt hatte und ich das Ganze erstmal schleunigst in die Waschmaschine befördern musste :D Auch das Fläschchen machen war am Anfang einfach nur nervenaufreibend. Wir hatten null Übung damit und hatten zu Beginn echt Mühe sein Fläschchen möglichst schnell auf die richtige Temperatur zu bringen, schließlich hat er nebenbei lautstark danach verlangt. Da kommt man manchmal in Kombination mit dem ungewohnten und starken Schlafmangel echt an seine Grenzen. Auch wenn er im Arm immer so schön eingeschlafen war, fing er doch jedes Mal zu schreien an sobald man ihn abgelegt hatte. In der ersten Zeit haben mein Mann und ich deshalb oft einen Großteil der Nacht mit MoJo im Drehstuhl sitzend verbracht :D Im Nachhinein kann ich darüber lachen, damals war es aber echt hart.  

Aber irgendwie haben wir uns durchgeschlagen. Wir sind auch sehr dankbar, dass wir immer so viel Hilfe von unserer Familie und unseren Freunden gehabt haben. Das  hat es VIEL einfacher gemacht! Und von Tag zu Tag kam mehr Routine in das Ganze. Wir wurden immer selbstsicherer und gelassener. Als dann MoJo anfing auch nachts immer länger zu schlafen, war das wie ein Befreiungsschlag :D Ein ganz neues Lebensgefühl :D

Doch bei all den Herausforderungen in der ersten Zeit zuhause, finde ich es umso wichtiger, sie auch so gut wie möglich zu genießen! Auch diese Zeit kommt nie wieder. Ich fand es so schön, einfach nur mit MoJo zu kuscheln, ihm vorzusingen, alles Mögliche zu erzählen, oder ihn eine ganze Weile einfach nur zu beobachten. Die erste Zeit ist so wichtig für die spätere Bindung. Da sollte man sich für all diese schönen Dinge sehr viel Zeit nehmen :) 


Denn egal wie verzweifelt man zwischenzeitlich auch ist, das geht vorbei :) Es hilft sich einfach von Tag zu Tag durchzubeißen, wenn es mal schwierig ist. Dann wird man von selbst merken, dass bald alles immer leichter wird :) Und ich denke es ist auch wichtig Hilfe anzunehmen oder auch bewusst zu suchen. Das ist keine Schande :) So kann man auch für kleine Fortschritte dankbar sein und versuchen, so viel wie möglich an dieser Kennenlern-und Eingewöhnungsphase zu genießen :)

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