Weckton 2.0 - Ich verlege meinen Wecker und verschlafe doch nie

Mittwoch, 4. März 2015

Mein Mann kann eine gefühlte Ewigkeit damit verbringen, sich eine schöne Melodie auszusuchen, mit der er dann am nächsten Morgen von seinem Handy geweckt wird. Das habe ich schon vor langer Zeit aufgegeben. Ich finde, ein Weckton ist nie schön, wenn man eigentlich noch zu müde ist, um aufzustehen. Da hilft weder mein Lieblingslied, noch angeblich entspannende Naturgeräusche, oder auch ein Drill-Instructor, der mich durch den Handylautsprecher anbrüllt, ich müsse endlich meinen Hintern hochbekommen und aufstehen. So war ich schon immer ein richtiger Morgenmuffel, der sein Bett einfach viel zu sehr liebt, als dass ich vor Sonnenaufgang den Trennungsschmerz überwinden könnte. Naja, zum Glück hat es mich dann quasi durch mein Leben gerettet, dass ich andererseits auch ein sehr disziplinierter Mensch bin. So habe ich es dann doch immer rechtzeitig aus dem Bett geschafft, nachdem ich meinem Handy dreimal hintereinander klar gemacht hat, es solle mich doch bitte nochmal in fünf Minuten ans Aufstehen erinnern :D

Aber diese Zeiten sind momentan sowieso vorbei! Die Male, in denen ich mir in den letzten sechs Monaten einen Wecker stellen musste, kann man an zwei Händen abzählen und selbst dann bleibt noch etwas Luft nach oben. Klingt nach Luxus, oder? ;) Das war eindeutig der Wunschtraum meines PreMama-Ich´s. Siehst du, Wecker? Ich habe Schluss gemacht mit dir, und mich endlich für meine wahre Liebe, mein Bett, entschieden! Allen Müttern ist wahrscheinlich bewusst, dass jetzt bald der Haken kommt. Das klingt einfach zu schön ;) Mein Wecker wurde nämlich ersetzt. Und mein neuer Wecker sucht sich seine Weckmelodie ganz alleine aus :D Auch nachts lädt er sich von ganz alleine auf und sobald sein Akku voll ist, teilt mir das mein kleiner MoJo mit. Aber das meine ich jetzt wirklich keineswegs negativ. Denn wie toll diese Art von Wecker sein kann, war mir früher nicht bewusst. Ich hatte da ehrlich gesagt eher ein bisschen Sorge, dass ein kreischendes Kind am Morgen, meine zu dieser Tagszeit eh noch labilen Nerven ziemlich auf die Probe stellen würde. Aber das Schicksal hat es in diesem Fall doch wirklich gut mit mir gemeint. Wenn MoJo mich weckt (mittlerweile meistens gegen 8 Uhr), dann in der Regel mit fröhlichem Gebrabbel oder im worst-case mit seiner kleinen, aber ziemlich kräftigen Faust in meinem Gesicht :D Aber auch das nie ohne ein Lächeln bis über beide Ohren :D

Und hey... Ganz ehrlich: Wie kann ich da noch ein Morgenmuffel sein?! :) Auch wenn ich abends mal zu spät ins Bett komme und mir dann manchmal denke, wie schön es wäre, auch mal etwas länger zu schlafen. Sobald ich dann morgens wach werde und den kleinen Babywecker sehe, steigt meine Laune automatisch. Vielleicht liegt das ja an den Hormonen? :D Auf jeden Fall finde ich es klasse. In all den Jahren vor MoJo habe ich tausend Dinge versucht, um meinem Morgenmuffeltum den Kampf anzusagen und endlich mal mit guter Laune in den Tag zu starten. Aber egal, was ich ausprobiert habe, es gelang mir erst, nachdem ich mindestens eine Stunde Zeit hatte, um mich mit dem Tag anzufreunden :D Zack, hast du ein Kind und gewisse Dinge ändern sich von einem Tag auf den Anderen. Ich finde das Faszinierend. Ich überlege oft, inwiefern ich noch die Gleiche bin wie vorher, und was sich alles geändert hat. Mein Start in den Morgen ist da nur ein kleines Alltagsbeispiel.  


Denn Stress hin oder her. Meine Morgen sind gerade so schön, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Einfach weil mein Kind zu den ersten Dingen gehört, die ich sehe, wenn ich meine Augen öffne. Und selbst wenn er morgens öfter schreien und nicht glücklich grinsen würde, das würde daran nichts ändern. Vielleicht hat er sich dann einen nervigen Weckton ausgesucht, aber wenn man den Wecker selbst so sehr liebt, macht das nicht viel aus. Schon möglich, dass ich nur so reden kann, weil ich das Glück habe, dass MoJo mittlerweile sehr gut durchschläft. Ich kann mich noch genau an das geräderte Gefühl erinnern, das man als Mutter hat, wenn man nachts ständig zombiegleich aufstehen muss, da der ,,Wecker" zu einer Uhrzeit klingelt, die man selbst nie freiwillig eingestellt hätte. Aber selbst die Mütter, denen es nachts immer noch so geht, erzählen mir erstaunlich oft, wie sehr sie dann trotzdem den Morgen mit ihrem Baby genießen :) Wer hätte das gedacht.

Nach den ersten schönen Gute-Morgen-Momenten mit MoJo überfällt mich dann doch ab und an eine Stresswelle, wenn ich daran denke, was an diesem Tag alles noch so ansteht. Aber dann versuche ich immer ganz bewusst abzuschalten. Für solche Gedanken ist nachher noch genug Zeit. Der Morgen gehört alleine mir und meinem Kind :) Und diese Zeit will ich genießen. Wir strecken uns nochmal synchron, kuscheln, albern herum, machen sein Essen fertig, tauschen die Pyjamas gegen etwas Tagestauglicheres... Und das alles vor allem mit ganz viel Ruhe und bewusstem Genießen des Moments :) Je stressiger der Tag wird, desto wichtiger ist es für mich, diese Morgenzeit zu zelebrieren und Hektik bewusst fernzuhalten. Das gibt mir einfach die nötige Energie, für das, was noch kommt.

Vorher war der Morgen von mir verhasst, nun ist er mir für meine Mutter-Sohn Beziehung so heilig, dass Stress und Sorgen zu dieser Zeit keinen Raum in meinen Gedanken haben sollen. Wenn sie es doch versuchen, mache ich mit ihnen das gleiche, was ich früher gerne mit meinem Handy gemacht hätte, wenn es mich wieder mal besonders nervig weckt: Einfach auf lautlos stellen...! :)



Wie ist das bei euch: Morgenmuffel oder früher Vogel aus Leidenschaft? ;) Was ist euch bei eurem Start in den Tag wichtig geworden? :)

4 Kommentare |

  1. Hallo Katharina,
    ich bin definitiv ein Morgenmuffel. Die Einzige, die mich aus dem Bett kriegt, ist meine kleine Lilli :)
    Liebe Grüße, Lisa

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    1. Das ist doch ein toller Grund zum Aufstehen :)

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  2. Hihi du hast einen sehr süßen Wecker ;-)
    Das ist ein sehr schönes Bild von euch beiden :)!

    Liebe Grüße :-)

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