Festgefahren im Schlamm von Alltagsfrust

Dienstag, 25. August 2015



Ok ihr Lieben, ich muss zugeben, die Überschrift klingt jetzt etwas dramatischer als sie eigentlich gemeint war :D Doch sie trifft das Gefühl, das ich ab und an habe ganz gut. Auch wenn es meistens nur ein paar Sekunden, höchstens ein paar Minuten anhält. Vor ein paar Tagen wurde mir erstaunlicherweise bewusst, dass mein Mann es ebenfalls kennt. 

Ich stieg ins Auto, um etwas im Technikmarkt zu besorgen, mein Mann blieb mit MoJo zuhause. Verkehrte Welt, was? Kommt bei uns aber eher selten vor. Auf jeden Fall war ich 20 Minuten später wieder fast zuhause. Doch unterwegs kamen mir am Straßenrand zwei Männer ziemlich bekannt vor. Einer ziemlich groß, einer ziemlich klein. Ein wenig Ähnlichkeit. Hä, das waren ja meine! Aber was standen die da so rum? Ohne Kinderwagen, ohne Tragetasche? Hatten die sich etwa ausgesperrt? 



Also hielt ich an. Als ich die beiden genauer betrachtete, konnte ich mir ein Grinsen aber nicht verkneifen. Sie sahen beide so mega- wie soll ich das jetzt beschreiben?- aufgeplustert, beleidigt, gefrustet aus. Als hätten sie gerade einen Riesenzoff gehabt, dürften aber trotzdem nicht auf Abstand gehen, weil der eine nunmal noch nicht alleine laufen kann und der andere seiner Frau versprochen hatte aufzupassen. Die Erklärung: MoJo war schlecht drauf, hatte auf nichts Lust, ließ sich nichtmal absetzen um den Kinderwagen runterzutragen und erst draußen wurde er ruhig. Also nicht ruhig im Sinne von zufrieden. Der Frust war den beiden auf die Stirn geschrieben und verflog auch erst als wir alle zusammen wieder zuhause ankamen. 

Fairerweise muss ich nun zugeben, dass ich solche Situationen selbst ebenfalls sehr gut kenne. Ich habe höchstens das Glück, dass es keiner mitbekommt, wenn ich mit MoJo alleine zuhause bin. Da kommt es z.B. vor, dass ich ihm seinen Brei von A bis Z liebevoll selbst zubereite, obwohl mir gerade nicht wirklich nach Schnippeln und Kochen zumute ist. Doch sobald der Löffel ins Spiel kommt, gibt es nur Gebrüll, weil mein Sohn von der einen auf die andere Sekunde so hundemüde ist, dass er nur noch schlafen will und an Essen nicht mehr zu denken ist. Ich versuche es trotzdem, er haut mir zum Dank den Löffel um die Ohren. Oder die tolle Situation, wenn wir einen Termin haben und ich ihn und mich schick angezogen habe. Diesmal schaffen wir es wahrscheinlich sogar pünktlich. Gerade will ich die Wohnungstür öffnen, schon höre ich ein seltsames Geräusch gepaart mit einem fiesen Geruch. Wir sind beide vollgekotzt. Also nochmal Rückzug und sich innerlich vom Traum von Pünktlichkeit verabschieden. 

Einmal hat dann aber doch jemand so einen schlammigen Frustmoment zwischen mir und MoJo mitbekommen. Wo man sich so fühlt als könnte man gerade weder vor noch zurück und der Ärger einem einfach bis zum Hals steht. MoJo und ich wollten zu meiner Mutter. Doch weil gerade sein erster Zahn im Anmarsch war, war er schrecklich anhänglich und ich konnte ihn kaum ablegen, um mich fertig zu machen. Klingt ja eigentlich nicht so schlimm. Aber was ist wenn man los muss und einfach nicht los kommt? Ich konnte weder im Schlafanzug das Haus verlassen, noch ohne seine Wickeltasche zu packen oder den besagten Kinderwagen die Treppe runterzutragen. Also war unser Morgen ein einziges Heulkonzert. Dabei hätte ich all die Dinge in 10 Minuten erledigen können, die so eine Stunde brauchten. 

Ich ärgerte mich fürchterlich über diesen Start in den Tag. Ich wunderte mich dann aber nicht schlecht als meine Mutter die Tür öffnete, uns beide kurz musterte und dann laut lachen musste. ,,Worüber habt ihr zwei euch denn gestritten?" Da musste ich auch ein wenig lächeln. Also sah man wohl nicht nur mir, sondern auch MoJo sofort den Frust an. Mit unserer großen Ähnlichkeit in Sachen Mimik mussten wir beide tatsächlich ein sehr lustiges Bild abgegeben haben. 

Wenn man so einen Schlammmoment hat, braucht man wohl manchmal jemand Drittes, der ein bisschen anschiebt, damit man wieder weiter kann. Schon ein kurzes Lachen kann helfen. Oder eine kleine Auszeit. Mittlerweile gelingt mir das in solchen Situationen schon besser, weil ich weiß, dass der Frust genauso schnell verfliegen kann, wie er gekommen ist. Trotzdem wünsche ich mir nicht noch mehr solcher Momente in unserem Alltag als Eltern :D



Kommt euch sowas bekannt vor :) ?

4 Kommentare |

  1. Oh ja, du sprichst mir mal wieder aus der Seele...alles Kleinigkeiten aber manchmal sind die eben einfach zu viel. Kopf hoch...das wird auch irgendwann besser (rede ich mir ein)

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  2. Wenn er beim Löffel so reagiert probiert doch mal Fingerfood aus (BabyLedWeaning) ;)

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  3. Ich kann mich echt gut in die Lage rein versetzten :D solche Tags gehören wohl einfach dazu. Umso besser wenn man den blöden Tag/Moment mit einem lachen beiseite schieben kann :)

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