Unsere lieb gewonnene Tagesroutine

Dienstag, 24. November 2015



Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, in der Routine für mich zu einem absoluten Fremdwort wurde. Tatsächlich gab es in meinem Leben plötzlich nichts mehr, das nur im Entferntesten irgendwie an Routine erinnerte. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, als ich mein winziges Baby endlich mit nach Hause nehmen durfte, schrieben mir plötzlich viele: ,,Eine schöne Kennenlernzeit euch!" Und das traf es wirklich. Obwohl MoJo in den letzten Monaten quasi ein Teil von meinem eigenen Körper gewesen war, habe ich trotzdem immer gerätselt: ,,Wie wird er wohl so sein? Und wem wird er ähnlich sehen? Was werden wir den ganzen Tag über machen?..." Das durfte ich dann nach und nach herausfinden. 


Obwohl wir ja eine Familie sind, mussten wir uns zu Beginn erst auf einander einspielen. Quasi auch ein richtiges Team werden. Emotional ging das zum Glück ziemlich schnell. Wir spürten, dass wir zusammengehörten und wie stark die Liebe zu seinem eigenen Kind sein kann. Doch irgendwie wieder eine Routine in unseren Alltag zu bekommen, das lag noch in weiter Ferne. Die Zeiten, wann wir morgens aufstanden, waren jeden Tag anders. Die Abstände zwischen MoJos Mahlzeiten waren nicht immer gleich lang. Ich selbst musste mich darum bemühen, überhaupt regelmäßig zu essen. MoJo schlief oft ein und machte ein Nickerchen. Doch wann das passieren würde und wie lange er schlafen würde, konnte man vorher nie wissen. Daher verwundert es auch nicht, dass es keine feste Uhrzeit zum Schlafen gehen gab. Wenn man das überhaupt wirklich ,,schlafen gehen" nennen kann, wenn man danach in kurzen Abständen ständig geweckt wird und sich aufrappeln muss ;) Es war positiv ausgedrückt ein liebevolles Chaos :D

Doch wie bei so vielem im Leben wurde auch das mit der Zeit immer besser. Mittlerweile ist MoJo über ein Jahr alt und ich kann mit Gewissheit sagen: Ja, wir haben wieder eine Routine in unserem Alltag! Morgens wird er ungefähr um 9 Uhr wach, was wirklich eine sehr angenehme Uhrzeit ist (Danke!!!) Danach ist es mir am Morgen besonders wichtig keine Hektik aufkommen zu lassen, insofern wir nicht schon sehr früh irgendeinen Termin haben. Ruhig und optimistisch in den Tag zu starten ist mir fast schon heilig. Darüber habe ich schon einmal in ,,Weckton 2.0 - Ich verlege meinen Wecker und verschlafe doch nie" erzählt. Daher bleiben MoJo und ich meist auch noch ein bisschen im Bett liegen und kuscheln. Oder albern auch herum, je nach Laune. Erst dann stehen wir auf. MoJo kriegt erstmal sein Guten-Morgen Milchfläschchen und ich genieße noch ein wenig die Ruhe um mich herum :D 

Dann dreht sich wie immer alles um die ,,Was ziehe ich heute an?"-Frage. Noch geht das ziemlich schnell, aber ich gespannt wie es ablaufen wird, wenn MoJo erstmal richtig mitreden kann :D Hiernach bewahre ich mich noch einen kleinen Luxus, den ich auch ungern auslasse. Eigentlich wären wir soweit startklar, doch ich fühle mich einfach wohler, wenn ich mir nicht nur einen Pferdeschwanz binden kann, sondern auch ein wenig Zeit fürs Duschen, meine Haare und mein Make-Up habe. Es gibt ehrlich gesagt kaum einen Tag, an dem ich ungeschminkt bin, auch wenn ich vorher bereits weiß, dass wir wahrscheinlich nur zum Spazierengehen rausgehen werden. Während ich mich also fertig mache, spielt MoJo meistens in seinem Bettchen und ich lasse ihn sein geliebtes Kikaninchen anschauen. Die 15 Minuten sind schon kein Weltuntergang :D Dann gehts zum Frühstücken in die Küche. Zur Zeit fährt MoJo total auf Toastbrötchen mit Frischkäse ab. Hiernach gibts dann noch einen Getreide-Früchte Brei für ihn. Mein Frühstück variiert immer, nur der Latte Macchiato bleibt die Konstante :D Satt und meist auch gut gelaunt geht es dann für uns immer nach draußen, wenn es nicht regnet. Wir drehen eine große Runde mit dem Kinderwagen, aber MoJo weiß genau, wo wir anhalten müssen, um ihm ein Brötchen zu kaufen. Eine Stunde lang genießen wir dann also die frische Luft, schauen uns Autos und Tiere an. Eine Zeit, die wir immer sehr genießen.

Seit neuestem haben wir auch das Glück, das MoJos Großeltern ihr Büro nach Hause in einen Anbau verlegt haben. Das heißt wir können sie wochentags mittags besuchen und alle gemeinsam essen. Für mich ist das der absolute Luxus. Nicht nur, weil ich nicht alleine kochen muss ;) Früher zogen sich die Tage manchmal ziemlich lang und es wurde zu zweit zuhause auch schon recht einsam. Doch MoJo liebt seine Oma und seinen Opa über alles und hat viel Spaß an den Besuchen. Uroma und Uropa wohnen übrigens direkt nebenan. Ich liebe es, meine Familie in der Nähe zu haben! Um 15 Uhr ist dann meistens Zeit für MoJos Mittagsschlaf. Er schläft nur ein, wenn ich neben ihm in unserem Bett liege. Doch sobald er eingeschlafen ist, stehe ich auf und mache mich an die Arbeit. Seit ein paar Monaten bin ich nämlich freiberufliche Mitarbeiterin beim miBaby Magazin. Und ich bin überglücklich, dass ich das Schreiben tatsächlich nun auch beruflich ausüben kann. Natürlich wird man mit 10-15 Stunden Arbeit pro Woche nicht reich, aber es ist ein toller Einstieg ins Berufsleben. Zurzeit passt es einfach mehr als perfekt, dass ich meine Zeit so frei einteilen und von zuhause aus arbeiten kann. 2-3 Stunden habe ich täglich dafür Zeit während MoJo schläft, falls etwas übrig bleibt, kann ich das erledigen, wenn mein Mann abends nach Hause kommt.

Wir essen gemeinsam zu Abend, spielen mit MoJo oder unternehmen noch etwas mit Freunden. Familienzeit ist uns wichtig. Ich freue mich aber auch über jede Abwechslung zu unserer normalen Routine. Treffen mit Freunden, gemeinsame Ausflüge, Zeit für mich alleine, MoJos Spielgruppe am Montagvormittag. Ich muss sagen, dass mir das Leben als Mutter nun um einiges leichter fällt, seitdem wir eine gewisse Routine haben. Das macht für mich so vieles einfacher! Die Sache mit der Routine ist nur, dass man sie zwar anstreben, aber nicht erzwingen kann. Bei uns hat sie sich einfach von selbst entwickelt. Ich würde meinen Sohn nie dazu zwingen zu einer bestimmten Zeit zu schlafen oder zu essen. Ich habe einfach immer versucht, mich nach seinen Bedürfnissen zu richten. Und je älter er wurde, desto mehr kam da eben eine Routine hinein. Und mittlerweile sind wir ein wirklich gutes Team geworden!


Wie läuft ein normaler Tag in eurem Leben ab? Routiniert oder jeden Tag ganz neu?





6 Kommentare |

  1. Das klingt fast paradiesisch, wenn ich das lese! Bis 9 Uhr schlafen, nicht kochen müssen, Familie in der Nähe und damit Abwechslung und Unterstützung und ein langer Mittagsschlaf... Traumhaft, das hätte ich mir mal gewünscht;) Ich glaube, dass solche Faktoren und die Routine und damit Berechenbarkeit tatsächlich viel ausmachen. Und der stundenweise Job klingt super, man ist zufriedener, wenn man noch was für den Kopf tut. Ich wünsche euch, dass es so entspannt weitergeht. Bleibst Du eigentlich noch länger mit ihm zuhause?
    Liebe Grüße!

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    1. Erstmal schon =) Aber sobald er zwei ist, wird es für MoJo mit der Eingewöhnung in den Kindergarten losgehen =) Dann werde ich mich entscheiden, ob ich meine Selbständigkeit ausbaue oder mir eine Festanstellung suche

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  2. Schlafen bis um neun ist dem Krümelchen ungelogen noch NIE gelungen :D Das höchste der Gefühle ist mal bis kurz vor acht, normalerweise eher sechs. Aber wenn man zwischen 18 und 19 Uhr schlafen geht, dann ist das ja auch ok ;)

    Unsere Tagesroutine ist morgens immer die gleiche, dann gehts nach zwei Stunden intensiver Mama-Krümel-Zeit zur Tagesmutter. die Nachmittage sind ganz unterschiedlich, je nach Wochentag. Ich finde Routine ganz wichtig und sehr entspannt für Eltern und Kind :)

    Liebste Grüße!

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    1. Ja da hast du Recht =) MoJo geht ürbrigens auch erst um 21 Uhr schlafen, deshalb schläft er auch was länger. Hat sich bei ihm so ergeben. Wir haben dafür abends keine ,,Erwachsenenzeit", dafür ist der Morgen entspannt. Daher wollte ich ihm seine eigene Routine jetzt auch nicht unbedingt abgewöhnen

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  3. Ihr hört euch wirklich nach einem sehr guten Team an!
    Wir haben aktuell noch überhaupt keine Routine, aber ich glaube das ist mit einem 2 Monaten alten Baby auch noch nicht möglich. Wann hat sich bei euch die Routine eingestellt?

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    1. Mit 2 Monaten gab es die bei uns auch noch nicht, keine Sorge =) Ab 6 Monaten wurde bei uns langsam alles routinierter =)

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