Abschnitt für Abschnitt

Mittwoch, 29. Juni 2016

"Lebensabschnitt" empfand ich immer als ein recht seltsames Wort. Doch erinnert ihr euch an Momente in eurem Leben, die sich so anfühlten als würdet ihr eine vollgepackte Kiste liebevoll einpacken, fest verschließen und euch daraufhin von ihr verabschieden? In meinem Leben gab es sehr wohl solche Momente, in denen dann doch die Vermutung groß war, dass gerade ein neuer Lebensabschnitt für mich begonnen hatte.

 

Auto für Auto


Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Schulabschluss, Studium, Hochzeit, Geburt des ersten Kindes, der erste richtige Beruf. Das waren sie bisher im Groben für mich, diese Lebensabschnitte. Lustigerweise verbinde ich mit allen neuen Lebensabschnitten, die ich volljährig erlebt habe ein bestimmtes Auto. Mein erstes eigenes Auto war für mich stark mit dem Abschnitt "Erwachsenenleben" verknüpft. Ein kleiner Toyota Aygo. Ich war plötzlich mobil und nutzte das auch mit allen Kräften aus. Mit dem kleinen Aygo verband ich ein riesengroßes Gefühl an Freiheit. Als dann irgendwann mein jetziger Mann und ich beschlossen zu heiraten, musste mein geliebtes Auto jedoch leider dran glauben. Da zwei Autos zu viel waren, behielten wir schweren Herzens seinen VW Golf.




Ein Auto für Verliebte


Doch auch dieses Auto ist für mich mit ganz viel Schönem verbunden. Mit unserem schwarzen VW verbinde ich so viele Erinnerungen an unsere Liebe. Ich werde nie die Zeit vergessen, in der wir noch nicht offiziell zusammen waren. Aber jedes Mal, wenn ich in seinem Auto saß und wir etwas unternahmen, schaute ich immer wieder auf die Ankunftszeit beim Navi. Nicht weil ich so schnell wie möglich wieder weg wollte. Ganz im Gegenteil. Ich wünschte mir die Zeit würde langsamer verfliegen und genoss jede gemeinsame Sekunde. Außerdem habe ich noch meine Mutter vor Augen, wie begeistert sie von ihm war als er mich in seinem blitzeblank geputzten Auto zum ersten Mal zuhause abholte. Heiratsmaterial? Schließlich war es aber auch genau dieser VW Golf mit dem wir unser erstes gemeinsames Kind vom Krankenhaus nach Hause brachten. Wer hätte das auch gedacht? Auch mit dieser Erinnerung verbinde ich Unmengen an Liebe, von da an als Familie.

Familienkutsche


Und nun? Im Anschluss hat es dann doch fast zwei Jahre gedauert bis wir den lieb gewonnenen Golf gegen ein familientauglicheres Auto getauscht haben. Zu wenig Platz. Vor allem im Kofferraum. Als er verkauft wurde, war das schon ein seltsames Gefühl. Denn der davon fahrende Golf machte mir nur nochmal aufs Neue deutlich, was für einen (wunderschönen) neuen Lebensabschnitt als Familie wir inzwischen gemeinsam erlebten. Nun bin ich also eine SUV-fahrende Mama geworden. Macht nichts. Praktisch ist unser neues Auto und auch schick. Nun bin ich gespannt an welche Orte es uns bringen wird. Und auf all die vielen neuen Erinnerungen, die wir als Familie hierin sammeln werden.



Gibt es bei euch auch ein Auto mit dem ihr einen besonderen Abschnitt in eurem Leben verbindet?

3 Kommentare |

  1. Oh ja, das gibt es. Nicht mein Eigenes - ich habe keins-, aber das meines Mannes. Es ist ein Smart Roadster, also ein kleiner, familienuntauglicher Zweisitzer, aber mein Mann liebt ihn abgöttisch. Und auch ich verbinde viele Unternehmungen und Erlebnisse mit dem Wagen. Mittlerweile steht er, vorerst abgemeldet, auf unserem Hof und wir fahren einen BMW. Für zwei Autos ist während der Elternzeit eben kein Geld da. Aber auch mit dem BMW verbinde ich etwas... wir fuhren mit ihm zur Geburtseinleitung und dieses Auto hat mein Baby dann auch sicher nach Hause gebracht :)
    Liebe Grüße,
    Jana

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  2. Als mein Mann und ich zusammen gekommen sind hatte er einen zum Wohnmobil umgebauten Transporter. Wir nannten ihn das "Schätzchen" und fuhren damit viel umher. Als er wegen Motorschadens an einen Bastler verkauft wurde habe ich tatsächlich ein Tränchen verdrückt.
    Sehr prägend ist für mich allerdings mein jetziges und erstes eigenes Auto, mein Mama-Mobil (Skoda Octavia), für das die gesamte Familie nach Geburt des Krümelchens zusammengelegt hat. Sozusagen die Wurfprämie ;)

    Liebste Grüße,
    Jessi

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  3. Oh ja mit Autos verbinden wir auch sehr viel in unserer Familie. Mein erstes Auto hatte ich während meiner Ausbildung. Ein Unfallwagen, für wenig Geld von meiner Schwiegermutter. Privat repariert glänzte es in vielen Farben. Motorhaube rot, eine Tür blau, vorne noch ein bisschen gelb und der Rest in dem typischen Opel Astra blau.

    Es war mir so egal, ich war glücklich über mein Auto, es fuhr, war mir treu und hat mich nur ein paar Hundert Euro mit kauf und bunter Reparatur gekostet(gebrauchte Ersatzteile - deswegen so bunt)

    Durch einen Unfall wurde er zum Totalschaden. Mein neuer und treuer Opel Corsa begleitete mich ein paar Jahre. Es war die Freiheitsphase. Mein Mann fuhr einen alten Mazda MX5, ein Zweisitzer. Jeder von uns war flexibel und das war auch gut so.

    Dann wurde ich schwanger und wir wussten beide Auto müssen weichen, weil sie nicht Familientauglich sind. Ein Kombi musste her. Und hält seit drei Jahren die Treue. Die aufregendste Erinnerungs ist die Geburt meiner Tochter in dem Auto :)

    Aber wir merken, dass das Auto bald ausgedient hat. Es spinnt hier und da. Und mit dem zweiten Kind wird es uns langsam zu klein und wir sehnen ums nach etwas neuem. Aber er wird erstmal bis zum Ende gefahren oder ein Geldregen kommt herunter, dann wechseln wir früher:)

    Also bei uns ist auch jeder Lebensabschnitt mit einem Auto begleitet:) Alles Gute Sina

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